# Session 7: Mit AI Lösungen bauen – Artificial Intelligence für Prozesstechnik HF Allgemeine Gewerbeschule Basel · Höhere Fachschule Prozesstechnik. Herbstsemester 2026/27, Samstag, 08:00–11:15 Uhr. Quelle: https://ki-lernen.app. ## Session 7: Mit AI Lösungen bauen - Datum: 05.12.2026 (2026-12-05), 08:00–11:15 - Status auf der Roadmap: roadmap - Leitfrage: Wie komme ich vom Chat zur funktionierenden Lösung? - Nutzen: Ich baue aus einer wiederkehrenden Aufgabe eine kleine Lösung, die andere nutzen können – ohne Programmierkenntnisse. - Danach kannst du: Nach diesem Block kannst du AI-Workflows verstehen, Automatisierungspotenzial erkennen, einfache digitale Lösungen prototypisieren und sie testen und verbessern. - Lernziele: Ich unterscheide einmalige Aufträge von wiederholbaren Abläufen. | Ich erkenne, welche Aufgaben sich für Automatisierung eignen. | Ich baue einen einfachen Prototyp und teste ihn. | Ich verbessere den Prototyp anhand von Testergebnissen. - Ergebnisse: AI-Workflows verstehen. | Automatisierungspotenzial erkennen. | Einfache digitale Lösungen selbst prototypisieren. | Lösungen testen und iterativ verbessern. - Mindestprodukt: Ein getesteter Prototyp mit drei dokumentierten Testfällen. - Werkzeuge: Lovable, Microsoft Copilot - Hinweis zu Daten: Prototypen sind Lernbeispiele. Keine echten Betriebsdaten einbauen und keinen produktiven Einsatz ohne Freigabe. - Seite: https://ki-lernen.app/block/block-7 ### Lektion 1: Vom Auftrag zum Workflow URL: https://ki-lernen.app/block/block-7/lektion/b7-l1 Dauer: 45 Minuten Nutzen: Ich verwandle einen guten Einzelauftrag in einen Ablauf, der jedes Mal gleich funktioniert. Szenario: Du machst die Schichtübergabe jedes Mal von Hand – gut, aber jedes Mal wieder von vorn. Hauptwerkzeug: Microsoft Copilot Lernziele: - Ich beschreibe einen Ablauf mit Eingabe, Schritten und Ergebnis. - Ich lege fest, was fix bleibt und was variabel ist. - Ich dokumentiere den Ablauf so, dass ihn jemand anderes ausführen kann. Voraussetzungen: - Eine wiederkehrende Aufgabe aus dem Alltag Ablauf: 1. Eingabe definieren: Was liegt zu Beginn immer vor? Notizen, Messwerte, Meldungen? 2. Schritte festlegen: Drei bis fünf Schritte, jeder mit einem überprüfbaren Zwischenergebnis. 3. Fix und variabel trennen: Rolle, Format und Prüfregeln bleiben fix; Inhalte wechseln. 4. Ablauf dokumentieren: So aufschreiben, dass die Kollegin ihn ohne Rückfrage ausführen kann. Übungsauftrag (20 min): Beschreibe deinen ersten Workflow. - Eingabe definieren. - Schritte festlegen. - Fix und variabel trennen. - Ablauf dokumentieren. Mindestprodukt: Wiederholbarer Workflow auf einer halben Seite. Qualitätschecks: - Jeder Schritt hat ein überprüfbares Zwischenergebnis. - Fixe und variable Teile sind getrennt. - Eine andere Person könnte den Ablauf ausführen. Typischer Fehler: Der Ablauf existiert nur im Kopf und wird jedes Mal neu erfunden. Korrektur: Aufschreiben und beim nächsten Mal genau so anwenden. ### Lektion 2: Automatisierungspotenzial erkennen URL: https://ki-lernen.app/block/block-7/lektion/b7-l2 Dauer: 45 Minuten Nutzen: Ich erkenne, welche Aufgaben sich lohnen – und welche man besser von Hand macht. Szenario: Alles gleichzeitig zu automatisieren scheitert. Es braucht den einen Fall, der schnell Nutzen zeigt. Hauptwerkzeug: Microsoft Copilot Lernziele: - Ich bewerte Aufgaben nach Häufigkeit, Regelmässigkeit und Risiko. - Ich erkenne Aufgaben, die Menschen entscheiden müssen. - Ich wähle einen sinnvollen ersten Kandidaten aus. Voraussetzungen: - Workflow aus Lektion 1 Ablauf: 1. Kandidaten sammeln: Fünf wiederkehrende Aufgaben aus deinem Alltag. 2. Bewerten: Häufigkeit, Zeitaufwand, Fehleranfälligkeit, Klarheit der Regeln. 3. Rote Linien setzen: Entscheidungen mit Personal-, Sicherheits- oder Rechtsfolgen bleiben beim Menschen. 4. Ersten Fall wählen: Häufig, klar geregelt, geringes Risiko – das ist der richtige Start. Übungsauftrag (15 min): Wähle deinen Automatisierungskandidaten aus. - Fünf Aufgaben sammeln. - Nach vier Kriterien bewerten. - Rote Linien markieren. - Einen Fall wählen. Mindestprodukt: Begründet ausgewählter erster Anwendungsfall. Qualitätschecks: - Die Auswahl folgt Kriterien, nicht dem Bauchgefühl. - Rote Linien sind markiert. - Der Nutzen ist grob geschätzt. Typischer Fehler: Der komplizierteste Fall wird zuerst angegangen. Korrektur: Mit dem einfachsten häufigen Fall starten. ### Lektion 3: Prototyp bauen URL: https://ki-lernen.app/block/block-7/lektion/b7-l3 Dauer: 45 Minuten Nutzen: Ich habe etwas Sichtbares, das andere ausprobieren können – nicht nur eine Idee. Szenario: Der 5S-Check läuft auf Papier. Ein einfaches Formular mit Auswertung würde den Rundgang halbieren. Hauptwerkzeug: Lovable Weitere Werkzeuge: Microsoft Copilot Lernziele: - Ich beschreibe meine Lösung in einer klaren Anforderung. - Ich erzeuge einen einfachen funktionierenden Prototyp. - Ich beschränke mich auf den kleinsten nützlichen Funktionsumfang. Voraussetzungen: - Ausgewählter Anwendungsfall Ablauf: 1. Anforderung formulieren: Wer nutzt es, wofür, welche Eingaben, welches Ergebnis? 2. Kleinsten Umfang festlegen: Was muss die erste Version können – und was ausdrücklich nicht? 3. Prototyp erzeugen: Beschreibung eingeben, Ergebnis ansehen, in kleinen Schritten anpassen. 4. Realitätscheck: Passt es zum Arbeitsalltag: Handschuhe, Lärm, Mobilgerät, Zeitdruck? Übungsauftrag (25 min): Baue die erste Version deines Prototyps. - Anforderung formulieren. - Umfang begrenzen. - Prototyp erzeugen. - Realitätscheck machen. Mindestprodukt: Funktionierender erster Prototyp. Qualitätschecks: - Der Umfang ist bewusst begrenzt und dokumentiert. - Der Prototyp enthält keine echten Betriebsdaten. - Die Bedienung passt zum Arbeitsalltag. Typischer Fehler: Die erste Version soll alles können und wird nie fertig. Korrektur: Kleinster nützlicher Umfang zuerst, Erweiterungen nach dem Test. Hinweis zu Daten: Prototyp als Lernbeispiel kennzeichnen; kein produktiver Einsatz ohne Freigabe. ### Lektion 4: Testen und verbessern URL: https://ki-lernen.app/block/block-7/lektion/b7-l4 Dauer: 45 Minuten Nutzen: Ich weiss, ob meine Lösung im Alltag hält – weil ich sie an Grenzfällen geprüft habe. Szenario: Im Test läuft alles – bis jemand ein Feld leer lässt oder eine Bemerkung mit 500 Zeichen einträgt. Hauptwerkzeug: Lovable Lernziele: - Ich definiere drei Testfälle inklusive Grenzfall. - Ich dokumentiere Fehlschläge ehrlich. - Ich verbessere gezielt anhand der Testergebnisse. Voraussetzungen: - Prototyp aus Lektion 3 Ablauf: 1. Testfälle festlegen: Normalfall, Sonderfall, Grenzfall – vor dem Testen aufschreiben. 2. Von jemand anderem testen lassen: Ohne Erklärung bedienen lassen und dabei nur zuschauen. 3. Ergebnisse dokumentieren: Was funktionierte, was nicht, was war unverständlich? 4. Gezielt nachbessern: Eine Änderung pro Durchgang, danach erneut testen. 5. Nutzen festhalten: Heute gegenüber verbessert: Zeit, Fehler, Aufwand. Übungsauftrag (20 min): Teste deinen Prototyp mit drei Fällen und verbessere ihn. - Drei Testfälle aufschreiben. - Von jemand anderem testen lassen. - Ergebnisse dokumentieren. - Eine Verbesserung umsetzen. Mindestprodukt: Getesteter und einmal verbesserter Prototyp. Qualitätschecks: - Ein Grenzfall ist getestet. - Mindestens ein Fehlschlag ist ehrlich dokumentiert. - Der Nutzen ist als Vorher-Nachher beschrieben. Typischer Fehler: Nur der eigene Normalfall wird getestet. Korrektur: Andere testen lassen und bewusst Grenzfälle provozieren. ## Weiteres - Übersicht aller Sessions: https://ki-lernen.app/llms.txt - Volltext des ganzen Kurses: https://ki-lernen.app/llms-full.txt