# Session 2: AI verstehen & wirksam nutzen – Artificial Intelligence für Prozesstechnik HF Allgemeine Gewerbeschule Basel · Höhere Fachschule Prozesstechnik. Herbstsemester 2026/27, Samstag, 08:00–11:15 Uhr. Quelle: https://ki-lernen.app. ## Session 2: AI verstehen & wirksam nutzen - Datum: 05.09.2026 (2026-09-05), 08:00–11:15 - Status auf der Roadmap: naechstes - Leitfrage: Wie funktioniert moderne AI – und wie bekomme ich bessere Ergebnisse? - Nutzen: Ich habe ein verständliches Modell davon, wie AI arbeitet, und eine einfache Methode, mit der meine Ergebnisse deutlich besser werden. - Danach kannst du: Nach diesem Block kannst du AI, Machine Learning, Deep Learning und Generative AI einordnen, erklären, warum Halluzinationen entstehen, und mit einer Methode systematisch bessere Ergebnisse erzielen. - Lernziele: Ich erkläre in eigenen Worten, wie ein Sprachmodell zu seiner Antwort kommt. | Ich bringe für eine Aufgabe die richtige Quellenbasis in ein Notebook. | Ich erkenne typische Halluzinationen und weiss, wie sie entstehen. | Ich verbessere ein Ergebnis gezielt in mehreren Durchgängen statt durch Neuformulieren auf gut Glück. - Ergebnisse: Ein verständliches eigenes Erklärmodell für moderne AI und LLMs. | Ein Notebook mit kuratierter Quellenbasis aus mehreren Wegen. | Eine Liste typischer Fehlerquellen mit selbst erzeugten Beispielen. | Eine erprobte Methode für bessere AI-Ergebnisse. - Mindestprodukt: Eine eigene Erklärung der Funktionsweise plus ein datenbasiertes Management Summary. - Werkzeuge: Microsoft Copilot, ChatGPT, NotebookLM - Hinweis zu Daten: Übe mit allgemeinen Fachthemen. Keine internen Unterlagen, solange die Freigabe nicht geklärt ist. - Seite: https://ki-lernen.app/block/block-2 ### Lektion 1: KI-gestützte Recherche: Wie funktioniert generative AI? URL: https://ki-lernen.app/block/block-2/lektion/b2-l1 Dauer: 45 Minuten Nutzen: Verstehen, wie ein Large Language Model vom Training bis zur Antwort auf einen Prompt funktioniert. Forschungsfrage: Wie funktioniert ein Large Language Model (LLM) – vom Training bis zur Antwort auf einen Prompt? Szenario: Ihr erarbeitet euch die Antwort selbst. Es gibt keine Vorlesung dazu – ihr recherchiert in Teams und erklärt anschliessend, was ihr herausgefunden habt. Hauptwerkzeug: Freie Wahl Lernziele: - Das Grundprinzip eines Large Language Models in eigenen Worten erklären. - Mit KI gezielt Informationen recherchieren. - Zentrale Aussagen kritisch prüfen. - Quellen und Gegenprüfungen einsetzen. - Unsicherheiten und mögliche Fehler in KI-Antworten erkennen. Voraussetzungen: - Block 1 abgeschlossen Ablauf: 1. Team und Werkzeug festlegen: Zu zweit oder zu dritt zusammensitzen und entscheiden, mit welchem KI-Tool ihr startet. 2. Recherchieren: Fragt nach, hakt nach, lasst euch Begriffe erklären, die ihr nicht kennt. 3. Gegenprüfen: Zentrale Aussagen mit einer zweiten Quelle oder einem zweiten Tool vergleichen. 4. Erklärung bauen: Formuliert den Weg vom Training bis zur Antwort so, dass ihn jemand ohne Vorwissen versteht. 5. Unsicherheiten markieren: Haltet fest, was ihr nicht sicher belegen könnt – das gehört in die Präsentation. Phasen: - Recherchieren: In Teams mit KI und weiteren Quellen der Forschungsfrage nachgehen. - Verstehen: Zentrale Aussagen prüfen und in eigene Worte bringen. - Präsentieren: In maximal drei Minuten erklären – verständlich und begründet. Übungsauftrag (20 min): Recherchiert, wie generative AI und insbesondere Large Language Models funktionieren. Erstellt anschliessend eine kurze Erklärung, mit der ein anderer HF-Student ohne KI-Vorwissen versteht, was grundsätzlich passiert. - Eure Erklärung soll den Weg von der Entstehung eines LLM bis zur Antwort auf einen Prompt nachvollziehbar machen. - Ihr dürft KI intensiv einsetzen. Entscheidet selbst, wie ihr recherchiert. - Wichtig: Übernehmt nicht einfach die erste KI-Antwort. Prüft die zentralen Aussagen. Mindestprodukt: Selbst erarbeitete Erklärung eines LLM plus Rechercheweg und offene Fragen. Qualitätschecks: - Wir können erklären, was wirklich passiert – nicht nur Begriffe nennen. - Wir können begründen, warum wir unserer Erklärung vertrauen. - Wir benennen offen, was unklar oder unsicher geblieben ist. Typischer Fehler: Die erste KI-Antwort wird übernommen und mit Fachbegriffen vorgetragen. Korrektur: Jede zentrale Aussage gegenprüfen und in eigenen Worten formulieren. ### Lektion 2: Gemini Notebook / NotebookLM: Fünf Wege zur richtigen Wissensbasis URL: https://ki-lernen.app/block/block-2/lektion/b2-l2 Dauer: 45 Minuten Nutzen: Ich weiss, wie ich für eine konkrete Aufgabe die richtige Quellenbasis in mein Notebook bekomme – und entscheide bewusst, welcher Weg passt. Forschungsfrage: Wie bekomme ich das richtige Wissen in mein Notebook? Szenario: Du willst ein Thema wirklich beherrschen. Das Wissen liegt verstreut: teils im Web, teils in deinen Unterlagen, teils in einem Erklärvideo, teils in einem Fachbuch im Regal. Die Frage ist nicht, was NotebookLM kann – sondern welche Quellen du ihm gibst. Hauptwerkzeug: NotebookLM Weitere Werkzeuge: YouTube, Smartphone-Scan Lernziele: - Ich kenne fünf Wege, Wissen in ein Notebook zu bringen. - Ich wähle den Weg passend zu meiner Ausgangslage. - Ich beurteile Quellen und Videos, bevor ich sie übernehme. - Ich baue aus meinen Quellen ein Lernsystem mit Struktur, Test und Wiederholung. Voraussetzungen: - NotebookLM eingerichtet (Block 1) Ablauf: 1. Ausgangslage klären: Wo liegt das beste Wissen für deine Aufgabe – im Web, bei dir, in einem Video oder auf Papier? 2. Drei Wege praktisch durchführen: Challenge 1 bis 3 sind Pflicht: KI-Recherche, eigene Quelle, eigene Datei. 3. Quellen prüfen statt sammeln: Jede Quelle kurz beurteilen: Autor, Aktualität, Absicht, Passung zur Frage. 4. Wissensstruktur erzeugen: Zentrale Konzepte, Zusammenhänge, Widersprüche und Lücken aus den eigenen Quellen herausarbeiten. 5. Testen und lernen: Tutor-Prompt, Quiz mit 10 Fragen, danach mindestens zwei Lernartefakte erzeugen. Was möchtest du mit deinem Notebook machen?: - KI findet Quellen für mich: Ich kenne das Thema, aber habe noch keine Quellen. – NotebookLM sucht und schlägt geeignete Quellen zu deinem Thema vor. Du wählst aus. Ziel: Ausgehend von einem Thema eine erste Quellenbasis aufbauen. - Ich gebe meine Quellen vor: Ich weiss bereits, welchen Quellen ich vertraue. – Du fügst gezielt hinzu, was du kennst: Fachwebsite, Fachartikel, Norm, Herstellerdokumentation, andere vertrauenswürdige Webquelle. Ziel: Den Unterschied zwischen KI-kuratierter und selbst kuratierter Quellenbasis verstehen. - Ich arbeite mit meinen Dateien: Das Wissen liegt bereits bei mir. – Unterrichtsfolien, Skripte, PDF, Präsentationen, eigene Notizen, Projektdokumentation hochladen und daraus das Notebook bauen. Ziel: NotebookLM als persönliches Wissenssystem über eigene Dokumente erleben. - Ich lerne mit YouTube: Zu meinem Thema gibt es gute Erklärvideos. – Suche gezielt nach Videos zu einer konkreten Frage und übernimm nur geeignete Videos als Quelle – nicht einfach das erste Ergebnis. Ziel: YouTube wird von einer Videoplattform zu einer durchsuchbaren Lernquelle. - Mein physisches Buch wird zur KI-Quelle: Mein bestes Wissen steht nicht digital zur Verfügung. – Buch → relevante Seiten auswählen → scannen oder fotografieren → als Datei aufbereiten → ins Notebook aufnehmen → Inhalte analysieren → damit lernen. Ziel: Auch Wissen ausserhalb digitaler Quellen wird Teil deines persönlichen KI-Lernsystems. Prompt-Vorlagen: - Wissensstruktur erzeugen: Analysiere meine ausgewählten Quellen. Welche 5–8 zentralen Konzepte muss ich verstehen, um dieses Thema wirklich zu beherrschen? Zeige mir zusätzlich: - wie diese Konzepte zusammenhängen; - welche meiner Quellen für welches Konzept besonders relevant ist; - ob sich meine Quellen an wichtigen Stellen widersprechen; - wo meine Quellenbasis erkennbare Lücken hat. Verwende ausschliesslich meine Quellen. - Persönlicher Tutor: Du bist mein persönlicher Tutor. Arbeite ausschliesslich mit den Quellen dieses Notebooks. Erkläre mir [KONZEPT] auf HF-Niveau. Verwende ein praktisches Beispiel aus einem Produktions- oder Prozessumfeld. Stelle mir danach drei Verständnisfragen. Zeige mir die Lösungen erst, nachdem ich selbst geantwortet habe. Übungsauftrag (25 min): Bringe Wissen auf drei verschiedenen Wegen in dein Notebook und baue daraus ein Lernsystem. - Challenge 1 bis 3 durchführen: KI-Recherche, eigene Quelle, eigene Datei. - Wissensstruktur-Prompt anwenden und die 5–8 zentralen Konzepte festhalten. - Tutor-Prompt nutzen, Quiz mit 10 Fragen durchführen und zwei Lernartefakte erzeugen. Mindestprodukt: Notebook mit kuratierter Quellenbasis aus drei Wegen plus zwei Lernartefakten. Qualitätschecks: - Ich kann zu jeder Quelle sagen, warum sie drin ist. - Meine Quellen stammen aus mindestens drei verschiedenen Wegen. - Ich habe mein Wissen getestet, nicht nur zusammengefasst. Typischer Fehler: Möglichst viele Quellen hochladen und hoffen, dass die KI das Richtige daraus macht. Korrektur: Erst die Ausgangslage klären, dann wenige passende Quellen bewusst auswählen und begründen. Hinweis zu Daten: Lade nur Unterlagen hoch, die du verwenden darfst. Bei Buchseiten gilt: einzelne Ausschnitte zur persönlichen Nutzung, keine Weitergabe. Kernaussage: NotebookLM ist nicht die Wissensquelle. NotebookLM arbeitet mit der Wissensbasis, die du ihm zur Verfügung stellst. ### Lektion 3: Data Research Challenge: War der Hitzesommer 2026 wirklich aussergewöhnlich? URL: https://ki-lernen.app/block/block-2/lektion/b2-l4 Dauer: 90 Minuten Nutzen: Von der Frage zur belastbaren Aussage: Finde reale Daten, analysiere sie mit KI und zeige visuell, ob der Hitzesommer 2026 tatsächlich aussergewöhnlich war. Einstieg: Findet die Daten. Analysiert sie mit KI. Visualisiert die Unterschiede. Beweist eure Aussage. Der Sommer 2026 fühlte sich aussergewöhnlich heiss an – aber stimmt dieser Eindruck auch, wenn wir die Daten betrachten? Forschungsfrage: War der Hitzesommer 2026 wirklich aussergewöhnlich? Auftrag: Eure Aufgabe: Untersucht mit KI und geeigneten Datenquellen, ob der Sommer 2026 tatsächlich aussergewöhnlich war – und zeigt das Ergebnis so, dass man es innerhalb von 30 Sekunden versteht. Szenario: Ihr arbeitet in Teams zu zwei bis drei Personen und beantwortet eine reale Frage mit realen Daten: War der Sommer 2026 in der Schweiz aussergewöhnlich heiss? Hauptwerkzeug: ChatGPT Weitere Werkzeuge: Google Gemini, Microsoft Copilot, NotebookLM Lernziele: - Ich recherchiere mit KI geeignete Datenquellen und prüfe, ob sie wirklich existieren. - Ich definiere sinnvolle Vergleichsgrössen, bevor ich Daten sammle. - Ich setze KI für die Analyse ein und verifiziere zentrale Aussagen an den Originaldaten. - Ich unterscheide in meiner Schlussaussage Fakt und Interpretation. Voraussetzungen: - Ein Gerät mit Internetzugang - Ein KI-Werkzeug mit Datei-Upload Ablauf: 1. 01 Find – geeignete Daten finden: Mindestens zwei Datenquellen mit Organisation, Link, Inhalt, Vertrauenswürdigkeit und Grenzen. 2. 02 Compare – sinnvollen Vergleich bauen: 2026 gegen mindestens fünf frühere Jahre. Zuerst definieren, was „aussergewöhnlich“ heisst. 3. 03 Analyze – mit KI auswerten: Systematisch nach Auffälligkeiten suchen, mindestens drei KI-Aussagen an den Originaldaten prüfen. 4. 04 Visualize – Antwort sichtbar machen: Eine Darstellung, die in 30 Sekunden zeigt, was 2026 von anderen Jahren unterscheidet. 5. 05 Conclude – Frage beantworten: Maximal fünf Kernaussagen, sauber getrennt in Fakt und Interpretation. Challenge-Prozess: - 01 Find – Findet geeignete Daten: Recherchiert Daten zur Temperaturentwicklung in der Schweiz oder einer ausgewählten Schweizer Region. · Tagesmitteltemperatur · Tageshöchsttemperatur · Monatsmittel · Anzahl Hitzetage ≥ 30 °C · Dauer von Hitzeperioden · Temperaturabweichung vom langjährigen Mittel - 02 Compare – Baut einen sinnvollen Vergleich: Vergleicht 2026 mit mindestens fünf früheren Jahren. Welche Vergleichsjahre sinnvoll sind, entscheidet ihr selbst. - 03 Analyze – Analysiert die Daten mit KI: Sucht systematisch nach Auffälligkeiten – und setzt dafür ausdrücklich KI ein. · Höchste Temperaturen · Anzahl Hitzetage · Länge von Hitzeperioden · Zeitpunkt der Hitze · Monatsmittel · Abweichungen vom langjährigen Mittel · Unterschiede zwischen den Jahren - 04 Visualize – Macht die Antwort sichtbar: Ziel: Jemand erkennt innerhalb von 30 Sekunden, was 2026 von anderen Jahren unterscheidet. · Temperaturverlauf als Liniendiagramm · Hitzetage pro Jahr als Balkendiagramm · Monatsmittel Juni–August · Abweichung vom langjährigen Mittel · Heatmap · Kleines Dashboard · Andere geeignete Darstellung - 05 Conclude – Beantwortet die Frage: Am Ende steht eine klare Aussage: War der Sommer 2026 aussergewöhnlich? Formuliert maximal fünf Kernaussagen, jede belegbar durch Daten oder eine seriöse Quelle. Übungsauftrag (60 min): Beantwortet in Teams die Frage mit Daten – von der Quelle bis zur belastbaren Aussage. - Zwei Datenquellen finden und prüfen. - Vergleichsjahre und Kennzahl festlegen und begründen. - Daten mit KI analysieren, drei Aussagen verifizieren. - Mindestens zwei aussagekräftige Visualisierungen erstellen. - Management Summary auf einer Seite mit klarem Verdikt abgeben. Mindestprodukt: Ein einseitiges Management Summary mit Quellen, Visualisierungen, Erkenntnissen und Verdikt. Abgabe: Eure Abgabe - Data: Verwendete Datenquellen - Compare: Vergleichszeitraum und Begründung - Visualize: Mindestens zwei aussagekräftige Visualisierungen - Insights: 3–5 zentrale Erkenntnisse - Verdict: Klare Antwort: War 2026 aussergewöhnlich – ja, nein oder nur unter bestimmten Gesichtspunkten? - AI Process: Welches KI-Tool wurde verwendet?; Wofür?; Was war der wichtigste Prompt?; Welche KI-Aussagen wurden überprüft?; Was musste verbessert oder korrigiert werden? Qualitätschecks: - Jede verwendete Quelle habe ich selbst geöffnet und geprüft. - Mindestens drei KI-Aussagen habe ich an den Originaldaten verifiziert. - Fakt und Interpretation sind in meiner Abgabe klar getrennt. Typischer Fehler: Die von der KI genannte Quelle wird übernommen, ohne sie zu öffnen. Korrektur: Jede Quelle aufrufen, den Datensatz ansehen und die behaupteten Zahlen stichprobenweise nachzählen. Hinweis zu Daten: Nur öffentlich zugängliche Daten verwenden. Keine internen oder personenbezogenen Datensätze hochladen. ## Weiteres - Übersicht aller Sessions: https://ki-lernen.app/llms.txt - Volltext des ganzen Kurses: https://ki-lernen.app/llms-full.txt